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Slawen - Bauern-Händler-Handwerker


Weide Bauern
Wer waren nun die Bewohner der slawischen Burgen und Siedlungen? In erster Linie waren es Selbstversorger. Bauern ernteten in ihren Gärten Erbsen, Linsen, Bohnen, Möhren, Zwiebeln, Rüben, Hanf, Mohn und Gurken. Sie pflanzten auch Kräuter an, so z.B. Kümmel, Dill, Beifuß, Minze und Wacholder. Auf ihren Äckern wuchs Weizen, Gerste, Hafer und Roggen. Die Slawen kannten schon die Dreifelderwirtschaft. Dadurch waren sie nicht gezwungen ständig weiterzuziehen, um neue fruchtbare Äcker zu erschließen. Einfache Hakenpflüge und hölzerne Eggen dienten zur Bearbeitung des Bodens. In den Wäldern sammelten sie Nüsse, Beeren und Pilze. Auch Wildtiere und Fische bereicherten den Speisezettel. Beim Fischfang benutzten sie einfache Netze, Reusen und Angeln. Außer der Landwirtschaft betrieben sie auch Viehzucht. So dienten Schweine als Fleischlieferant, Ziegen und Schafe wurden wegen ihrer Milch und Wolle gehalten. Geflügel diente neben dem Fleisch auch als Ei-Lieferant. Rinder und Pferde wurden als Arbeitskräfte und Reittiere benutzt. Die Imkerei besaß einen hohen Stellenwert, da sie außer Honig als Süßstoff, auch Wachs für die Beleuchtung lieferte.

Handwerker
In den Vorburgen und Siedlungen arbeiteten spezialisierte Handwerker. So konnten durch zahlreiche Funde Werkstätten von Schuhmachern, Sattlern, Gerbern, Töpfern, Schmieden für Waffen und Werkzeuge, Feinschmieden für Schmuck und sogar Bäckern nachgewiesen werden. Einzig die Textilproduktion scheint nicht in speziellen Werkstätten stattgefunden zu haben. Das Weben, Spinnen und Färben geschah demzufolge in den einzelnen Familienverbänden, je nach Bedarf.

Slawen - Raum Berlin Händler
Aus Überproduktion entwickelte sich der Handel, der bei den Slawen, wie auch bei den Wikingern und anderen Völkern von großer Bedeutung war. Es entstanden lebendige Handelszentren und es begann im 9. Jh. ein reger Überlandhandel vom Hohen Norden bis nach Westeuropa, in den Orient und in die Weiten des Ostens. Einige dieser Fernhandelsstraßen waren aus römischer Zeit bekannt, wie z.B. die Donaustraße oder die Bernsteinstraße von der Ostsee über Mähren bis zum Mittelmeer. Andere Verbindungen gewannen erst im 9./10. Jh. an Bedeutung. So unter anderem die Nord-Süd-Strecke, die Skandinavien über Kiew mit Byzanz verband, oder die Wolga-Straße, über die sich der Kontakt mit der islamischen Welt vollzog. Barren aus Eisen oder Silber, Stoffstücke, Felle und Salz waren das Zahlungsmittel. Mit der Akzeptanz von Münzen kamen auch erste arabische und byzantinische Münzen in den Norden Europas. Gehandelt wurde mit allem was begehrt war, auch mit Sklaven.

Krieger
Slawische Bauer und Handwerker waren zugleich auch Krieger. Sie unterschieden sich kaum von denen anderer Völker des 9./10. Jh. Wenn Krieger Rüstungen trugen, so waren diese meist aus Leder, vereinzelt auch aus Kettengeflecht. Zur Bewaffnung gehörte ein Bogen und Pfeile mit eisernen Spitzen, eine Streitaxt entweder mit einer leichten Klinge oder die schwere breite Bartaxt. Auch Lanzen wurden benutzt. Das Schwert entsprach dem allgemeinen frühmittelalterlichen Typ dieser Zeit. Die Schilde, die dem Schutz dienten, waren anfangs kreisrund aus Holz und Leder. Ab dem 11. Jh. übernahm man die sogenannten Normannenschilde, oben rund und unten spitz zulaufend. Ferner gehörte zu der Ausrüstung ein Helm, der überwiegend konisch war, in den östlichen Slawengebieten besaß der Helm eine länglich auslaufende Spitze. Keulen, Streitkolben, Hiebwaffen, Dolche und Schleudern waren ebenso im Gebrauch. Die Fähigkeiten slawischer Krieger fand sich auch zur See bestätigt. Im Ostseeraum bauten sie ihre Boote nach Art der Wikinger und überfielen damit die Küsten Skandinaviens, wo sie den Wikingern ebenbürtig waren.

Kleidung
Die Kleidung der Slawen unterschied sich nur unwesentlich von den der Wikinger oder germanischen Stämmen des Frühmittelalters. Wie bei uns heute, so war die Kleidung der Slawen an die klimatischen Bedingungen angepasst. So trugen sie Felle und Pelze nicht nur zur Zierde oder als Statussymbol, sondern zum Schutz vor Kälte und Nässe. Mützen und Stiefel wurden mit Fell ausgestattet, um sich warm zu halten. Der einfache slawische Mann trug ein kurzes Hemd im Sommer oder als Untergewand für eine längere Tunika, lose getragen oder mit Gürtel gehalten und eine Hose, teils mit Wadenwickel. Frauen trugen ein kürzeres Ober- und ein längeres Untergewand, im Sommer bestand es aus leichten Stoff, im Winter aus schwerem Stoff. Teilweise trugen sie einen Gürtel um die Taille. Einfache Stickereien und der V-Ausschnitt am Hals waren die einzigen Verzierungen. Am Gürtel waren Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs befestigt. Sowohl bei Männern, als auch bei Frauen. So trugen sie unter anderem Messer, Wetzstein, Feuerstahl, Pinzette, Schlüssel und ähnliches.

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