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Slawen - Raum Brandenburg

Slawenboot
Der Havelübergang bei Brandenburg war weit vor den Slawen schon besiedelt. Aufgrund der geschützten Lage und der Flussfurt führten hier Handelsstraßen entlang, die von Magdeburg nach Berlin/Spandau und weiter nach Posen über die Oder führten. Auf der Dominsel in Brandenburg stand die Befestigungsanlage der Heveller, die Brannaburg, die vom 10. Jh. bis zum 12. Jh. mit Unterbrechungen in ihren Besitz war. Von der slawischen Burganlage ist heute nichts mehr erhalten. Drei Kirchen prägen das Stadtbild von Brandenburg und gehen auf die Zeit des letzten Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrichs zurück. Der Dom St. Peter und Paul wurde ab 1165 auf dem alten Fürstensitz der Heveller errichtet.

Das Leben der Slawen war hier, durch die unmittelbare Nähe zum Frankenreich, stark von der Grenzpolitik des Reiches geprägt. 936/937 teilte Otto der I. die östlich der Elbe liegenden eroberten slawischen Gebiete in Markgrafen auf. Gero wurde zum Markgrafen an Mittelelbe und Saale ernannt. Sein Herrschaftsgebiet reichte von Havelberg im Norden bis nach Weißenfels im Süden. Markgraf Gero ging bei der Unterwerfung der benachbarten Slawenstämme mit äußerster Härte vor. So ließ er in einer Nacht fast dreißig slawische Fürsten bei einem Gastmahl ermorden. An anderer Stelle nahm Gero 700 Slawen gefangen und ließ sie enthaupten. Der in Gefangenschaft geratene Hevellerfürst Tugumir wurde wieder frei gelassen und kehrte auf die Brandenburg zurück, dort wurde er von den Hevellern als Herrscher gefeiert. Tugumir jedoch lieferte die Burg und das Land an Otto den I. aus.

965 starb Gero und die riesige Markgraf wurde in kleinere Marken aufgeteilt. 1134 erhielt der Askanier, Albrecht der Bär, die Nordmark. Die Macht und der Widerstand der Slawen konnte jedoch erst um 1138 gebrochen werden. Vom letzten Hevellerfürsten Pribislaw-Heinrich, der christlich und kinderlos starb, erhielt Albrecht der Bär 1150 die Brandenburg, wie abgemacht, als Erbe. Dieses Erbe wurde ihm vom Slawen-Fürsten Jaxa von Köpenick streitig gemacht. Mit einer Mischung aus Verrat, Bestechung, List und Gewalt wurde die Brandenburg eingenommen. 1157 zogen die Askanier nach blutigen Kämpfen endgültig als Sieger in diesen Fürstensitz ein und begründete die Mark Brandenburg.

Webstuhl Die Burg Lenzen in der Prignitz war von großer strategischer Bedeutung. Sie befand sich auf dem Stammesgebiet der Linonen und lag im Grenzgebiet zwischen fränkischen und slawischen Herrschern. Als im Jahr 808 auf westlicher Elbseite das fränkische Kastell Höhbeck errichtet wurde, bauten die Slawen um 850 auf ihrer Seite das Gegenstück dazu, die Burg Lunzini (Lenzen). Nach der Schlacht bei Lenzen um 929, in der das Heer König Heinrichs I. die Slawen vernichtend schlug, geriet die Burg und das dazugehörige Land unter ottonischer Herrschaft. Nach dem Slawenaufstand 983 kamen Burg und Land wieder unter slawische Herrschaft. Der große Wendenkreuzzug (Kreuzzug sächsischer, dänischer und polnischer Fürsten gegen die Elbslawen) von 1147 beendete die slawische Herrschaft in der Prignitz endgültig. Die heutige Burg stammt aus verschiedenen Zeiten, der Turm z.B. aus dem 14. Jh. und das angrenzende Fachwerkgebäude aus dem 17. Jh.. Die Überreste slawischer Kultur wurden bei Ausgrabungen in einer Tiefe von 2-9 m entdeckt.

Havelberg geriet vermutlich um 929 unter ottonischer Herrschaft, nach der Schlacht bei Lenzen. Havelberg war ein wichtiger Ausgangspunkt für weitere Eroberungen und Christianisierung des slawischen Gebietes. Die Kathedralkirche, die Otto I. um 948 errichten ließ, ging beim Slawenaufstand wieder verloren. Havelberg kam erst mit den Feldzügen Albrechts des Bären dauerhaft unter deutscher Herrschaft. Nach der Eroberung der gesamten Prignitz um 1147 kehrten Bischöfe nach Havelberg zurück und gründeten das Domkapital St. Marien. Der neue Dom wurde am 16. August 1170 feierlich eingeweiht und bis Anfang des 14.Jh. daran an- und neugebaut. Noch heute beherrscht der Dom das Stadtbild von Havelberg.

Sehenswertes in der Region:
Domstift und Dommuseum - Burghof 9 - 14776 Brandenburg a.d. Havel
Stadtmuseum im Frey-Haus - Ritterstrasse 96 - 14770 Brandenburg a.d. Havel
Slawendorf - Brandenburg an der Havel - Neuendorfer Strasse 89c - 14770 Brandenburg a.d. Havel
Burgmuseum Burg Lenzen - Burgstraße 3 - 19309 Lenzen
Prignitz-Museum - Am Dom - 39539 Havelberg

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